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Nichtregierungsorganisationen fordern: German Food Partnership beenden

Rechte von KleinbäuerInnen

Berlin, 5. November 2013: Heute werden die neuen Projekte der German Food Partnership (GFP) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und großer deutscher Konzerne des Agribusiness und der Ernährungsindustrie vorgestellt. Das Forum Umwelt & Entwicklung kritisiert dies scharf als „Entwicklungspolitik im Dienst deutscher Konzerne“. In einem Positionspapier fordert das Forum, die Initiative mit dem Ausscheiden Dirk Niebels aus dem BMZ einzustellen. Sie schade armen Kleinbauern und -bäuerinnen und trage nichts zur Hunger- und Armutsbekämpfung bei.

„Die Bundesregierung bedient mit der GFP unter dem Deckmantel der Hunger- und Armutsbekämpfung einseitig die Wirtschaftsinteressen deutscher und europäischer Agrar- und Ernährungskonzerne wie BASF, Bayer Crop Science oder Syngenta“, sagt Jan Urhahn, Landwirtschaftsexperte des entwicklungspolitischen INKOTA-netzwerks. „Diese Initiative hat mit ernstgemeinter Entwicklungszusammenarbeit nichts zu tun und gehört auf das Abstellgleis der Geschichte.“

„Der Versuch, Kleinbauern und -bäuerinnen in globale Wertschöpfungsketten zu integrieren, ist weder neu noch erfolgversprechend. Davon kann nur ein kleiner Teil ohnehin bessergestellter Bauern und Bäuerinnen profitieren“, erklärt Roman Herre von der Menschrechtsorganisation FIAN. „Die ärmsten Bauern und Bäuerinnen, die eigentlich von Entwicklungsprojekten profitieren sollten, fallen durch das Raster und ihre Diskriminierung wird weiter verschärft.“

„Das von der GFP vertretene Agrarmodell ist für uns nicht konsensfähig“, so Stig Tanzmann Agrarexperte von Brot für die Welt. „Der starke Einfluss von Bayer und BASF in der GFP zeigt wo die Reise hingehen wird: Mehr Einsatz von Agrarchemie anstatt endlich die Erkenntnisse des Weltagrarberichts umzusetzen. Der von der GFP eingeschlagene Weg ist nicht nachhaltig und darf nicht weiter gegangen werden.“

„Wir appellieren an die künftigen Koalitionsparteien, das FDP-Projekt GFP unverzüglich zu stoppen. Projekte der Entwicklungszusammenarbeit müssen eindeutig von den Bedürfnissen der Betroffenen ausgehen. Es darf nicht mehr darum gehen kleinbäuerliche Produzent/innen mit aller Gewalt in von transnationalen Konzernen dominierte Wertschöpfungsketten zu integrieren. Vielmehr müssen die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass sie für Kleinbauern und Kleinbäuerinnen funktionieren“, fordert Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forums Umwelt & Entwicklung.

Zum Hintergrund:

Die „German Food Partnership“ (GFP) wurde auf Bestreben führender deutscher Unternehmen unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Juni 2012 als „Deutsche Initiative für Agrarwirtschaft und Ernährung in Schwellen- und Entwicklungsländern“ gegründet. Im Januar 2013 in GFP unbenannt, soll sie private und öffentliche Akteure zusammenbringen und Projekte zum Aufbau von Wertschöpfungsketten für Grundnahrungsmittel und zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in Schwellen- und Entwicklungsländern implementieren. Dadurch sollen Bauern und Bäuerinnen einen besseren Zugang zu Betriebsmitteln, Märkten und Nahrungsmitteln erhalten und so Hunger und Armut reduziert werden.

Das Positionspapier des Forum Umwelt & Entwicklung „German Food Partnership – Entwicklungszusammenarbeit zum Nutzen deutscher Konzerne oder zur Bekämpfung von Hunger und Armut?“ ist unter http://www.forumue.de/fileadmin/userupload/AG_Landwirtschaft_Ernaehrung/pospap_gfp_v3.pdf erhältlich.

 

Das Forum Umwelt & Entwicklung ist ein Netzwerk deutscher Umwelt- und Entwicklungsorganisationen für Nachhaltige Entwicklung, u.a. im Rahmen der internationalen Agrarpolitik.

Pressekontakt

Jan Urhahn, INKOTA-netzwerk,
E-Mail: urhahn@inkota.de,
Tel.: 0176 70610381.

Stig Tanzman, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst,
E-Mail: stig.tanzmann@brot-fuer-die-welt.de,
Tel.: 0174 1630393.

Roman Herre, FIAN Deutschland,
E-Mail: r.herre@fian.de,
Tel.: 0176 76145926.

Jürgen Maier, Forum Umwelt & Entwicklung,
E-Mail: chef@forumue.de,
Tel.: 0171 3836135

 

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Forum Umwelt und Entwicklung

Marienstraße 19–20

10117 Berlin

 

Tel: +49 (0) 30 678 1775 93

 

Email: info@forumue.de

Web: www.forumue.de

Ein Kommentar

  1. Ich denke, das Problem mit der afrikanischen Nahrungsversorgung lässt sich nur auf eine Weise lösen. Indem, so hart es auch klingen mag, Afrika vom globalen Handel abgeschottet wird. Dann würden die afrikanischen Staatsführer nicht mehr verstärkt auf cash crops setzen können und müssten zwangsweise ihre produzierten Nahrungsmittel an die Bevölkerung verkaufen, verteilen oder sie sonst anderweitig verwenden. Aber halt immer nur innerhalb des Landes oder des Kontinentes. Für uns Europäer würde das zwar bedeuten, dass das nahrungsmittelangebot im Supermarkt vielleicht geschmälert wird, aber das zugunsten einer Erde mit weniger krasser Ungleicheit.

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